Psychotische Störungen

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Psychotische Störungen (der Begriff “Psychose” ist veraltet und wird seit der ICD-10 nicht mehr verwendet) sind vorübergehende psychische Symptome von Erkrankungen, bei denen aufgrund eines Verlustes der Ich-Umwelt-Grenze der Bezug zur Realität weitgehend verlorengeht.

Der Verlust der Ich-Umwelt-Grenze entsteht dadurch, dass Teile des Gehirns nicht koordiniert zusammenarbeiten. Externe Reize können von inneren Gedanken und Prozessen nicht adäquat getrennt werden. So erleben Betroffene in den akuten Phasen in ihrer Vorstellung z.B. oft wahnhaft (s. Wahn) Kontrolliert-Werden, Verfolgung, Bedrohung, Belästigung, Vergiftung und Misshandlung. Das Gehirn sagt den Betroffenen in der psychotischen Störung, dass das Erlebte real sei. Bei Vorliegen von echtem Wahn ist keine Distanzierung vom Erlebten möglich.

Bitte suchen Sie bei akuten psychotischen Störungen sofort einen Arzt, Psychiater oder eine psychiatrische Notambulanz auf (s. Notrufnummern hier).

Psychotische Störungen können mit den folgenden Erkrankungen einhergehen:
– Akute hirnorganische Erkrankungen (→ Delir, Dämmerzustand, Durchgangssyndrom etc.)
– Chronische hirnorganische Erkrankungen (→ Demenz, Hirnverletzungen, Tumor, Vergiftungsfolgen, Infekt, Infarkt)
– Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis (insbesondere Schizophrenie, schizotype Störung, anhaltende wahnhafte Störungen, akute vorübergehende psychotische Störungen, induzierte wahnhafte Störungen)
Schizoaffektive Störung
– Affektive psychotische Störungen (manische Episode und depressive Episode mit psychotischen Störungen)
Autismus (psychotische Symptome möglich).

Die folgenden Positiv-Symptome können auf akute (produktive) psychotische Störungen hinweisen:
Ich-Störungen
Wahn (unterschiedliche Grade der Distanzierung möglich)
– Halluzinationen, Illusionen
– Schwere Denkzerfahrenheit
– Umständliches Denken
– Desorganisiertes Verhalten
– Katatone Symptome
– Gedankenlautwerden
– Erregungszustände
– Bizarres Verhalten.

Die folgenden Negativ-Symptome können auf nicht-akute Phasen von Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis hinweisen:
– Sozialer Rückzug, kein Interesse an sozialer Kommunikation
– Verlust von Freude und Interesse (Anhedonie)
– Antriebsminderung
– Passivität und Mangel an Initiative
– Verschlechterung der allgemeinen Leistungsfähigkeit
– Vernachlässigung der Körperpflege
– Inadäquate (unpassende) Affekte (Parathymie)
– Verarmung der Sprache
– Geringe non-verbale Komunikation
– Koonzentrationsstörungen.

Mögliche Ursachen, Risikofaktoren und mögliche Auslöser für psychotische Störungen:
– Genetische Disposition
– Individuelle Verletzlichkeit (Vulnerabilität)
– Pathologische Kommunikationsstrukturen in der Ursprungsfamilie
– Überkritische und überbeschützende Haltung in der Ursprungsfamile: High-Expressed-Emotions (HEE) in der Familie erhöhen das Rückfallrisiko
– Stressauslösende Lebensereignisse und Lebensumstände, Leistungsdruck
– Katastrophen aller Arten in der Kindheit (Krieg, Naturkatastrophen o.ä.)
Gewalt/Missbrauch in der Kindheit
– Verlust von Bezugspersonen, Krankheiten, Todesfall
– Konflikte am Arbeitsplatz, Partnerschaftskonflikte
– Schwangerschaft und Geburt
– Umzug, Rente
– Vorgeburtliche Hirnentwicklungsstörungen
– Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen
– Geburtsort (Stadt/Land) und Stresslevel: Wer die ersten 15 Lebensjahre auf dem Land verbracht hat, hat aufgrund der stressfreieren Lebensumstände ein signifikant geringeres Erkrankungsrisiko als Stadtkinder!
– Geburtsdatum (Wintermonate > Sommermonate)
– Medikamente (s. Psychopharmaka)
Drogen (auch Cannabis): psychotische Störungen treten hier i.d.R. nur bei gleichzeitiger genetischer Veranlagung auf
– Migration
– eine Kombination dieser Faktoren.

Bei Bestehen einer genetischen Disposition ist das Risiko für den Ausbruch psychotischer Störungen durch alle obengenannten Auslöser höher als ohne genetische Disposition.

In akuten Phasen psychotischer Störungen ist jede Form von aufdeckender Psychotherapie kontraindiziert.
Schwere akute Phasen können mit Medikamenten (Antipsychotika) gelindert werden (s. Psychopharmakologie).

Bitte suchen Sie bei akuten psychotischen Störungen sofort einen Arzt, Psychiater oder eine psychiatrische Notambulanz auf (s. Notrufnummern hier).

Therapieempfehlungen im Anschluss an psychotische Störungen:
– Langzeit-Psychotherapie, z.B. Verhaltenstherapie; bei Fortbestehen ggf. mehrere unterschiedliche Therapien nacheinander
– Langzeit-Psychotherapie, z.B. Verhaltenstherapie + Hypnotherapie, z.B. alle 4 Wochen
Hypnotherapie als Monotherapie, z.B. falls Sie bereits langjährige Therapieerfahrung besitzen
– Soziotherapie
– Training sozialer Kompetenzen
– Familientherapie.

Die individuelle Verletzlichkeit (Vulnerabilität) kann durch Belastungen und Traumatisierungen in der Kindheit erhöht sein. Dadurch kann die Auftretenswahrscheinlichkeit für Erkrankungen mit psychotischen Störungen erhöht sein.

Hypnotherapie ist in der Lage, mittels des Verfahrens der Regression in die Kindheit zurückzugehen und alte Verletzungen zu heilen. Dadurch kann möglicherweise verhindert werden, dass psychotischen Störungen erneut auftreten (Prophylaxe).

Nutzen Sie Hypnotherapie deshalb insbesondere dann, wenn Sie vermuten, dass die Ursachen Ihrer Erkrankung in psychosozialen Konflikten in der Kindheit und/oder Jugend oder in sonstigen Traumatisierungen liegen.

Hypnotherapie lässt sich bei allen psychogenen psychotischen Störungen gut mit anderen (auch mit allen kassenfinanzierten) Psychotherapien kombinieren. Machen Sie z.B. eine durchgehende Verhaltenstherapie, und kommen Sie zusätzlich, z.B. alle 4 Wochen, zu uns zur Hypnose!

Bitte lassen Sie vor Aufnahme der Hypnotherapie ärztlich abklären, dass Ihre Erkrankung nicht organisch bedingt ist (s. organische psychische Störungen).

Hinweise:
– Hypnotherapie kann erst nach Abklingen einer akuten Phase einer psychotischen Störung eingesetzt werden.
– Hypnotherapeutische Behandlung ist nur sinnvoll, wenn die Erkrankung zumindest teilweise psychogen ist, d.h. durch psychische Konflikte (mit)verursacht wurde. Diese Konflikte gilt es dann ganz langsam aufzulösen. Allein die Klientin/der Klient bestimmt das Tempo.
– Erkrankungen, in denen psychotische Störungen auftreten können, behandeln wir hypnotherapeutisch nur begleitend und stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
– Bei Erkrankungen, in denen psychotische Störungen auftreten können, arbeiten wir nur mit leichten Trance-Zuständen, ähnlich wie beim Tagträumen.
– Bei Erkrankungen, in denen psychotische Störungen auftreten können, arbeiten wir in erster Linie ich-stärkend und ressourcenorientiert (s. positive Therapie).
– Aufdeckende, ursächliche Hypnotherapie führen wir bei Erkrankungen, in denen psychotische Störungen auftreten können, nur in enger Absprache mit dem Arzt durch.
– Hypnotherapeutische ursächliche Behandlung ist nur in Phasen ohne psychotische Symptomatik sinnvoll.
Ursächliche hypnotherapeutische Behandlung ist bei Erkrankungen, in denen psychotische Störungen auftreten können, zumeist nur in Einzelfällen sinnvoll. Die Klientin/der Klient muss dazu bereit sein, über die Vergangenheit zu sprechen und Ereignisse der Vergangenheit aufzuarbeiten.
– Jede Form von ursächlich behandelnder Psychotherapie kann die Symptomatik zunächst verschlimmern (Erstverschlimmerung), weil in der Psychotherapie Dinge hervorgebracht und bewusstgemacht werden, die vorher unter Verschluss waren. Dafür kann aber auf dieser Basis vielfach echte, dauerhafte psychische Heilung einsetzen.
– Psychogene psychische Erkrankungen haben generell eine Schutzfunktion. Sie schützen den Betroffenen vor Erleben, das das Bewusstsein irgendwann (z.B. in der Kindheit) nicht hätte ertragen können. Die Aufhebung dieses Schutzes und die Bearbeitung und Heilung dessen, was „unter diesem Schutz liegt“, im Rahmen von Therapie bedarf deshalb gerade bei schweren Erkrankungen größter Vorsicht. Hier darf niemals etwas erzwungen werden. Die/der Betroffene muss zu der möglichen Veränderung in vollem Umfang bereit sein und selbst daran arbeiten wollen.
– Wir empfehlen bei psychogenen psychotischen Störungen und bei psychotischen Störungen mit psychogenen Anteilen (auch zur Prophylaxe) Langzeit-Psychotherapie, weil Erkrankungen mit psychogenen psychotischen Störungen tiefgreifend sind. Schnelle, oberflächliche Lösungen sind hier kontraindiziert. Kleinstschrittige systematische Arbeit kann vorsichtige emotionale Öffnung und dadurch langfristig Erfolge bewirken.

– Dass Hypnose bei Personen, die bereits psychotische Störungen hatten, angeblich psychotische Störungen auslösen und Suizidalität befördern können, wurde inzwischen widerlegt (s. Kossak: Hypnose, 2013, S. 471 f.).
– Auch Menschen mit psychotischen Symptomen (z.B. bei Krankheiten aus dem schizophrenen Formenkreis) empfinden das Sprechen über Belastungen in der Kindheit oftmals als sehr erleichternd. Sie haben oft keine Probleme damit, entsprechende Bilder zu visualisieren und psychosoziale Konflikte auf diese Weise aufzulösen.

Literatur:
– Internet-Lexikon DocCheck Flexikon (Psychose)
Wikipedia (Psychose)

 


QUELLENNACHWEIS:

Text: Psychotische Störungen.
Autor: Dr. Ilona Hündgen, Hypnosis Center München, Integratives Hypnose-Therapiezentrum

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Über den Autor:

Heilpraktikerin für Psychotherapie
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