Langzeittherapie ist eine Therapie, die regelmäßig stattfindet, mindestens 1-2 Jahre dauert und nicht, wie eine Kurzintervention, nur aus zwei, drei oder fünf Sitzungen besteht.

Kurzinterventionen haben ihre Berechtigung immer dann, wenn

  • ein Problem mit einer kurzen Intervention ursächlich sinnvoll gelöst werden kann;
  • eine symptomatische Behandlung im gegebenen Kontext sinnvoll erscheint. In diesem Fall muss die Klientin/der Klient jedoch darüber informiert werden, dass die ursächliche Heilung zu einem späteren Zeitpunkt noch erfolgen muss;
  • der Klient eine kurze Hilfestellung benötigt, die auf seinem Weg liegt;
  • KlientIn und TherapeutIn ein gutes Gefühl in bezug auf eine bestimmte symptomatische Kurzintervention haben.

Die erforderliche Dauer einer ursächlichen Therapie ist nicht vor dem Beginn der Therapie bestimmbar. Erst die Therapie selbst zeigt, wieviel Zeit ungefähr erforderlich sein könnte. Es ist nicht bestimmbar, in welchem Zeitraum das Unbewusste in der Hypnotherapie heilende Bilder liefert. In der Therapie kann nichts erzwungen werden. Oft behindern auch Ängste des Klienten eine ansonsten vielleicht schnellere Heilung. Die Erkrankung bestimmt die erforderliche Therapie-Dauer, nicht der Wille des Klienten oder des Therapeuten.

Aus TherapeutInnen-Sicht ist es unbefriedigend, wenn bei einer Klientin/einem Klienten Bereitschaft da ist und vielleicht größere Veränderungen möglich wären, aber die Anzahl der Sitzungen von vornherein stark begrenzt ist. Aber dies ist nun mal allein schon aus finanziellen Gründen oft die die Realität: Heilpraktiker können leider nicht über die Krankenkassen abrechnen und haben deshalb nur selten KlientInnen, die 180 Sitzungen (wie bei jeder kassenfinanzierten Psychoanalyse üblich) buchen. Das ist sehr schade, weil Hypnotherapie ein sehr wirkungsvolles Therapieverfahren ist, das aus Kostengründen (Selbstzahlung) viel zu selten Anwendung findet.

Langzeittherapien sind bei komplexen, schwierigen Erkrankungen wie z.B. affektiven Störungen (Depression, Manie, bipolare Störung) und Schizophrenie unumgänglich. Bei diesen Erkrankungen wäre eine Kurztherapie auch in der Hypnotherapie grundsätzlich unverantwortlich.

Die erforderliche Länge einer Therapie hängt zum einen von der Art und Schwere der Erkrankung ab. Ob, wie viele und in welcher Frequenz weitere Sitzungen erforderlich sind, kann hierbei von Sitzung zu Sitzung von KlientIn und TherapeutIn gemeinsam entschieden werden.

Bei schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression oder Burnout ist zunächst mit das Wichtigste, dass die schwere Symptomatik gelindert wird, so dass die Klientin/der Klient in ihrem sozialen Umfeld wieder einigermaßen unbeschwert leben kann. Eine ursächliche Therapie erfolgt nur, wenn die Erkrankung dies erlaubt und wenn die Klientin/der Klient dies ausdrücklich wünscht und die dazu erforderliche Kompetenzen mitbringt.

Zweitens: Langzeittherapie kann im Einzelfall bei entsprechendem Erkenntnisinteresse auch dann sinnvoll sein, wenn keine schweren Erkrankungen vorliegen, sondern vielleicht nur mehrere kleinere Störungen das Leben behindern. Diese “kleineren Störungen” können als Anlass genutzt werden, proaktiv tiefer zu gehen und zu sehen, was sich sonst noch an Blockaden zeigt.

Drittens kann Hypnotherapie proaktiv auch ganz ohne Bezug auf eine äußere Symptomatik durchgeführt werden. In diesem Fall geht Ihr(e) TherapeutIn themenoffen an die Sitzung heran und befragt nach der Tranceinduktion Ihr Unbewusstes, was als nächstes Thema ansteht. Ihre Seele ist weise und weiß immer, was bei Ihnen noch nicht im Lot ist!

In der Langzeittherapie besteht die Möglichkeit, in vielen Punkten Heilung zu erreichen und nicht nur einen einzelnen Aspekt zu behandeln. Die Klientin/der Klient bestimmt die Themen, die entweder durch die Krankheit vorgegeben sind oder aber situativ, z.B. in Träumen (s. Traumarbeit), aufkommen, selbst. Auf diese Weise können in einem natürlichen Prozess Blockaden in immer tieferen Schichten des Unbewussten abgebaut werden. Langzeittherapie ist Prozessarbeit. Diese Vorgehensweise hat bei manchen KlientInnen auch mit Selbsterforschung zu tun.

Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen können von Sitzung zu Sitzung vereinbart werden. Bei hypnotherapeutischer Langzeittherapie empfiehlt sich bei einer Sitzungsdauer von 2-3 Zeitstunden ein Abstand von ca. 4-6 Wochen. Je tiefgreifender eine einzelnen Sitzung ist, um so mehr Zeit benötigt das Unbewusste, um sich umzustrukturieren und das in Trance Erlebte zu integrieren. Entsprechend können die Abstände zwischen den Sitzungen bei Personen, die tiefe Trancezustände erreichen und dadurch vieles in EINER Sitzung verändern, etwas länger sein.

Heilung kann jederzeit erfolgen, auch im täglichen Leben und z.B. durch Träume. Wenn ein Problem geheilt ist, kann dies in der Psychotherapie zur besseren Integration nachbesprochen werden. Weitere Psychotherapie zu diesem Problem ist dann nicht mehr erforderlich.

Generell geht es bei echter, ursächlicher Heilung nicht primär darum, dass durch die Therapie so schnell wie möglich die Symptome verschwinden, sondern darum, dass echte seelische Heilung stattfinden kann. Symptome lassen sich leicht beseitigen, aber wenn die Symptome nur auf andere Bereiche verschoben werden (Symptomverschiebung), kann sich das gesamte Gesundheitsbild sogar verschlechtern. Was hilft es, wenn z.B. eine Hauterkrankung zurückgeht und stattdessen ein Jahr später eine Depression auftritt?

Andererseits kann echte, ursächliche Heilung stattgefunden haben, ohne dass sich eine bestimmte Symptomatik verbessert hat. Dafür können sich aufgrund der erfolgten Heilung vielleicht andere Aspekte des Lebens zum Positiven ändern. Und wenn man “dranbleibt”, vergeht irgendwann vielleicht auch die Symptomatik, wegen der man die Therapie eigentlich begonnen hat. Körper und Seele lassen sich auch durch Therapie zu nichts zwingen, und oft ist das, was sich der Verstand wünscht, für Körper und Seele zu einem bestimmten Zeitpunkt vielleicht noch zu früh und nicht das beste (Schutzfunktion der Seele).

Mit Langzeit-Hypnotherapie ist es möglich, sich über kontinuierliche Kommunikation mit dem Unbewussten auf den eigenen Weg und in den Fluss zu bringen. Wichtig ist der Weg, nicht die einzelne Krankheit. Nur wenn man zunächst – wie in einer mit Schrott vollgestellten Wohnung – gründlich bei sich selbst aufräumt und sogar eine ggf. auftretende Erstverschlimmerung in Kauf nimmt, kann echte Heilung einsetzen.

Auch die meisten Operationen haben in den ersten Tagen nach der OP eine Erstverschlimmerung zur Folge. Es ist nicht leicht und bleibt nicht folgenlos, sich mit seinem eigenen Schatten (Schattenarbeit) und seinen eigenen seelischen Themen auseinanderzusetzen, die man meistens weder hören noch sehen will. Die Wahrheit über sich selbst ist nicht immer einfach, aber sie kann heilend sein.

Weder bei Operationen noch bei jeder Form von Psychotherapie kann Heilung im Sinne eines Heilversprechens garantiert werden. Allerdings habe ich noch nie jemanden kennengelernt, bei dem nach mehreren unterschiedlichen Psychotherapien in Kombination mit Langzeit-Hypnotherapie keine größeren Veränderungen eingetreten sind.

Krankheiten zeigen Abweichungen vom Lebensweg an, den die Seele fordert. Sie weisen darauf hin, dass Änderungen im Leben erforderlich sind. Nutzen Sie deshalb Krankheiten, um zu sich selbst und zu Ihrem individuellen Weg zu finden. Ihre Seele wird Ihnen hierzu unbeirrbar zur rechten Zeit die nötigen Impulse geben.

Hören Sie auf Ihre innere Stimme. Hören Sie auf Ihr Herz. Entscheiden Sie in jeder Situation mit Ihrem Herzen. Das ist alles was zählt. Entscheiden Sie auch mit Ihrem Herzen, welche Art von Psychotherapie Ihnen gerade guttut, welche(r) PsychotherapeutIn für Sie die/der richtige ist und welche Themen in der nächsten Therapiesitzung anstehen.

Hypnotherapie kann Sie, wie andere Psychotherapien auch, dabei unterstützen, zu sich selbst zu finden, den eigenen Weg zu finden und frei zu sein.

 


QUELLENNACHWEIS:

Text: Langzeittherapie
Autor: Dr. Ilona Hündgen, Hypnosis Center München, Integratives Hypnose-Therapiezentrum

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